#Bookmonday: „Die Seefahrerin“ by Catherine Poulain or: I don’t feel like reading anymore

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Hallo meine Lieben und herzlich Willkommen zum Book Monday!

Ich liebe Abenteuerromane: Das Entdecken fremder Länder und Kulturen oder der Umgang mit ungewöhnlichen Situationen fernab vom Alltag gehört definitiv zu den für mich spannendsten Inhalten eines Buches. Als ich die Inhaltsangabe zu Catherine Poulains „Die Seefahrerin“ gelesen habe, dachte ich: Das könnte etwas für mich sein. Zwar habe ich mit Seefahrt nichts am Hut, allerdings interessierte es mich, wie eine Frau in einem doch eher männerdominierten Bereich Fuß fassen konnte und wie es ihr gelang, sich den harten Bedingungen auf See zu stellen. Also fragte ich den Roman, der am 25. September 2017 erschienen ist, beim btb Verlag an und erhielt ihn kurz darauf zugeschickt.

Die Handlung

Die Protagonistin Lili strebt ein Leben in Freiheit an: Freiheit bedeutet für sie, auf See zu sein, Fischfang zu betreiben und einfach alles an Land zurückzulassen. Sie entscheidet sich dazu, als einzige Frau Mitglied einer Fischfangbesetzung zu werden und sich den harten Wetter- und Arbeitsbedingungen vor der Westküste Alaskas zu stellen. Lili sieht sich vielen Vorurteilen ausgesetzt und wird von den Männern fortwährend kritisch beäugt, weswegen sie Tag für Tag beweisen muss, dass sie die Richtige für diesen Job ist.

Der Fischfang zusammen mit ihrer Truppe erfüllt die junge Frau jedoch mehr als alles andere. Sie scheint ihr Traumleben erreicht zu haben, wäre da nicht Jude: Ein junger Mann, der es schafft, Lili auf ganz besondere Weise zu berühren. Als er sie fragt, ob sie mit ihm ziehen wolle, muss Lili eine Entscheidung treffen: Für das Leben in Freiheit oder ihre große Liebe.

Meine Meinung

Ich habe mich für den Roman nicht zuletzt deshalb entschieden, weil ich mir trotz des fiktiven Rahmens eine authentische Geschichte erhoffte: Die Autorin Catherine Poulain war selbst zehn Jahre auf den Meeren Alaskas auf einem Fischtrawler unterwegs. Mit Sicherheit weiß sie, worüber sie schreibt und kann das Leben auf See detailreich und wahrheitsgemäß beschreiben. Dass der Roman inhaltlich betrachtet viel mit der Realität zu tun hat, wage ich gar nicht zu bezweifeln, nichtsdestotrotz hat mir die Umsetzung leider gar nicht gefallen.

Grund dafür ist in erster Linie die Sprache: Ich habe mir die Leseprobe zu dem Buch zwar selbstverständlich durchgelesen, dachte aber, dass dieser Schreibstil keinesfalls den kompletten Roman über so eingehalten werden könne. 90 Prozent der Sätze bestehen aus etwa vier Wörtern oder einer Aneinanderreihung von Halbsätzen, was dazu führt, dass der Schreibstil abgehackt und hektisch wirkt. Ich nahm an, dass dies in der Einleitung dazu da wäre, den Leser direkt ins Geschehen zu werfen, sich im späteren Verlauf aber ändern würde. Dem war leider nicht so. Ich empfand das Lesen als anstrengend, konnte nicht in die Geschichte eintauchen. Es war für mich eine durchweg „kühle“ Aneinanderreihung von Fakten, die es mir nicht erlaubte, mich in die Protagonistin hineinzuversetzen. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, Teil des Geschehens zu sein: So wurde auch die Umgebung unzureichend beschrieben, sodass ich mir die einzelnen Schauplätze nur schwer vorstellen konnte. Gerade davon leben Bücher meiner Meinung nach aber. Poulain konnte mich als Leser leider gar nicht abholen, was wirklich schade ist, da ich gehofft habe, Teil eines einzigartigen Abenteuers zu werden.

Abgesehen vom Schreibstil muss ich aber auch sagen, dass ich selten ein solch langweiliges Buch gelesen habe: Ich hatte das Gefühl, dass ununterbrochen dasselbe erzählt wird: Die Fischfangsequenzen wurden durch kurze Aufenthalte an Land unterbrochen, danach ging es wieder auf See und so weiter. Die Gruppendynamik innerhalb der Arbeiter wurde an manchen Stellen zwar thematisiert, meiner Meinung nach aber nicht genug: Gerade unter solch schwierigen Verhältnissen fernab des Festlandes bei unbeständigem Wetter und mit dem Druck im Nacken, eine gewisse Menge an Fisch fangen zu müssen, ist Zusammenhalt gefragt. Oftmals liegen die Nerven der gesamten Besatzung blank, es erfordert Stärke und einen ungeheuren Willen, aufeinander zu achten und zusammenzuarbeiten. Ich hätte mir gewünscht, Poulain hätte dies noch besser herausgestellt.

Davon abgesehen hätte die Gefühls- und Gedankenwelt Lilis stärker herausgearbeitet werden müssen: Zwar erhält man als Leser einen Einblick, berührt hat es mich jedoch an keiner Stelle, was aber vermutlich wieder auf den abgehackten, kühlen Schreibstil zurückzuführen ist.

Fazit

Wie ihr wahrscheinlich ahnen könnt, war ich von „Die Seefahrerin“ alles andere als begeistert, weswegen ich das Buch letztendlich auch abgebrochen habe (ich habe etwa Dreiviertel davon geschafft. Früher habe ich mich immer dazu gezwungen, ein Buch zu Ende zu lesen – das mache ich mittlerweile nicht mehr). Ich vergebe daher gutgemeinte zwei Sterne. Leider hat der Roman bei mir persönlich sogar dazu geführt, dass ich eine Zeit lang überhaupt keine Lust mehr auf Lesen hatte. Dementsprechend hat es mich erst recht interessiert, was andere Leser davon halten: Für mich war es nahezu unvorstellbar, dass man diesem Schreibstil etwas abgewinnen könnte. Ich wurde jedoch eines Besseren belehrt: Einige loben ihn sogar, bezeichnen ihn als „atemlos“ und „aufregend“. Macht euch hier also am besten selbst ein Bild: Bedenkt dabei, dass die Leseprobe auch wirklich das wiedergibt, was euch den kompletten Rest des Buches erwartet. Wenn sie euch gefällt, gebt dem Roman ruhig eine Chance. Ich für meinen Teil – ich muss es einfach ehrlich so sagen – habe das Buch bereits in einem Regal im Keller verstaut.

Habt noch einen schönen Montag und bis zum nächsten Book Monday mit einem hoffentlich besseren Buch!

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